Kaffeevollautomat

5 Einfache Tipps für besseren Kaffee aus dem Vollautomaten


Ein Kaffeevollautomat ist eine herrliche Erfindung für Liebhaber von Kaffeespezialitäten. Ein Knopfdruck und der Kaffee ist frisch gemahlen, aufgebrüht und fertig: ein guter Start in den Tag.  Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen und wir verbrauchen über 160 Liter pro Kopf im Jahr. Das ist mehr als der Verbrauch von Mineralwasser und Bier. Mit diesen fünf einfachen Tipps für Vollautomaten, lernst du in ein paar Minuten, wie du noch besseren Kaffee zubereiten kannst.


Kaffee-mahlgrad

TIPP 1: DER MAHLGRAD IST SEHR WICHTIG

Ein kleiner Dreh kann schon oft eine große Wirkung haben. Viele Kaffeevollautomaten-Besitzer, stellen den Mahlgrad gar nicht oder nicht richtig ein. Dabei sollte bei jedem Wechsel der Bohnensorte der Mahlgrad auf die Bohne eingestellt werden.

Kaffee zu herb oder zu dünne Crema?

Grundsätzlich gilt die Regel, wenn der Kaffee zu wässerig oder zu herb ist oder eine dünne Crema hat, sollte der Mahlgrad feiner eingestellt werden. Je feiner der Mahlgrad, desto länger ist die Kontaktzeit des Brühwassers mit dem Kaffee. Je länger die Kontaktzeit, desto mehr Kaffeesubstanzen, Aromen, Bitter- und Gerbstoffe werden aus dem Kaffeepulver gelöst. Ist der Kaffee jedoch zu bitter oder zu stark, empfiehlt es sich, den Mahlgrad etwas grober zu stellen.

Die Faustregel für einen guten Espresso mit einer professionellen Siebträgermaschine lautet: 30 ml sollten in 25 Sekunden durchlaufen. Diese Durchlaufzeit ist aber bei normalen Vollautomaten nicht zu erreichen. Bei einem Vollautomaten sollte ein Espresso aber mindestens 10 Sekunden laufen. Zusammen mit einem guten Espresso-Kaffee lassen sich aber auch in einem Vollautomaten hervorragende Espresso mit einer festen, haselnussbraunen Crema zubereiten.


TIPP 2: DIE RICHTIGE KAFFEEBOHNE

Die Grundlage für einen guten Cappuccino, einen Latte Macchiato oder einen Espresso ist immer ein sehr guter Espressokaffee. Der teuerste Kaffeevollautomat, mit dem besten Wasser, kann aus einer mittelmäßigen Kaffeebohne kein Spitzenkaffee machen.

Die Herausforderung ist eine Espresso-Bohnen zu finden, die einen Espresso (30 ml) herstellen, der nicht zu sauer oder zu bitter ist. Gleichzeitig sollte sich diese Bohne für eine Caffe-Creme (200 ml) eignen.

Es ist ein Mythos, dass Arabica Bohnen gut und Robusta Bohnen schlecht sind

Richtig ist, dass im allgemeinen Arabica Bohnen teurer sind. Gründe für die höheren Preise sind: Arabica wächst in gebirgigen Regionen, wo der Anbau und Transport deutlich aufwendiger ist. Außerdem ist Arabica anfälliger für Schädlinge und braucht mehr Pflege.  Leider werden auch mehr Pestizide und Fungizide eingesetzt, die auch die Kosten in die Höhe treiben.

Robusta hingegen wächst auch in niedriger gelegenen Regionen, ist allgemein weniger anfällig, lässt sich also günstiger herstellen.

Arabica und Robusta haben beide Vor- und Nachteile. Eine gute Kaffeemischung nutzt die Vorteile von beiden.

Arabica hat mehr feinere Fruchtsäuren und mehr Aromen. Robusta bringt nussige, schokoladig erdige Noten in den Kaffee. Ein guter Espresso und Cappuccino zeichnet auch immer durch eine schöne Crema aus. Eine Kaffeemischung mit höherem Robusta-Anteil produziert einfach eine bessere und haltbare Crema.

Auf die Röstung kommt es an

Es gibt zwei Röstverfahren, mit denen Kaffee hauptsächlich veredelt wird. Industriell hergestellter Kaffee wird meist in großen Chargen bei 400 –  800 Grad für 2 – 5 Minuten Heißluft geröstet. Dieses Verfahren ist günstiger, hat aber auch den Nachteil, dass Bohnen außen verbrannt seien können und gleichzeitig innen noch roh sind. Das ist ähnlich wie bei einem Kuchen, der bei zu heißen Temperaturen gebacken wurde. Der ist außen schwarz und innen noch roh.

Das zweite Röstverfahren ist die Trommelröstung. Hierbei werden die grünen, rohen Bohnen in eine sich drehende Trommel gegeben. Die Trommel erinnert etwas an eine Waschmaschinentrommel. Diese hält die Bohnen wärend des Röstvorganges ständig im Bewegung, damit die Bohnen gleichmäßig geröstet werden. Dieses Verfahren gilt als wesentlich schonender, weil die Bohnen bei Temperaturen zwischen 170 und 240 °C zwischen 8 und 25 Minuten veredelt werden.

Espressobohnen enthalten weniger Säuren und Bitterstoffe

Bei der Röstung der Kaffeebohnen werden Säuren und Bitterstoffee abgebaut. Weil Espressobohnen länger geröstet werden als typische Bohnen für Filterkaffee, sind Espressoröstungen magenfreundlicher und bekömmlicher. Aus diesem Grund sollte man auch nur Espresso-Röstungen in einem Kaffeevollautomaten verwenden. Bei der Verwendung von hellen Filterkaffeebohnenröstungen im Kaffeevollautomaten ist das Ergebnis unbekömmlich, viel zu sauer und zu bitter.

Bei Qualitätskaffee wird erst nach der Röstung gemischt

Bei den meisten Kaffeebohnen, die man kaufen kann, handelt es sich um Mischungen von verschiedenen Bohnen.  Kaffee ist ein Naturprodukt und deshalb fällt bei jeder Ernte die Qualität etwas anders aus.  Durch die Mischung von verschiedenen Bohnen und verschiedenen Röstungen erhält der Kaffee eine gleichbleibende Qualität und seinen geschmacklichen Charakter. Um Geld und Zeit zu sparen mischen viele Kaffeeröster die Rohbohnen und rösten die Mischung. Aufwendiger ist die Methode, jede Rohkaffeesorte separat to rösten und erst nach der Röstung den Kaffee zu mischen.

Kaffeebohnen lagern: Schütze sie vor Luft, Licht, Feuchtigkeit und Wärme

Es gibt viele Menschen, die glauben, dass man Kaffee am besten im Kühlschrank lagert. Kaffee nimmt sehr leicht fremde Gerüche an. Wenn du vermeiden willst, dass dein Kaffee eine Käse- oder Wurst- Note hat, solltest du eine angebrochene Packung Kaffee nicht im Kühlschrank aufbewahren. Für die richtige Lagerung von Kaffee eignet sich ab besten eine luft- und lichtdichte verschließbare Kaffeedose. In dieser Dose hält sich der Kaffee für ein paar Wochen im Küchenschrank frisch.


TIPP 3:  DAS WASSER FÜR DEN KAFFEE

Kaffee besteht zu 98% aus Wasser. Kein Wunder, dass Wasser ein wichtiger Faktor für den Kaffeegenuss ist. Die Wasserqualität, die aus dem Wasserhahn kommt, ist je nach Region unterschiedlich. Deshalb kann man auch nicht pauschal sagen, ob zum Beispiel der Einsatz eines Wasserfilters sinnvoll ist oder nicht. Wenn du nach bestmöglicher Kaffeequalität strebst oder schlicht unzufrieden mit dem morgendlichen inhalt deiner Kaffeetasse bist, dann ist es zu empfehlen, etwas an der Wasserqualität für den Kaffee zu ändern.

Wie hart ist dein Wasser?

Zuerst solltest du die Wasserhärte deines Kaffeewassers feststellen. Diese kann man entweder unter www.wasserhaerte.netoder auf der Internetseite des lokalen Wasserversorgers in Erfahrung bringen. Es ist auch möglich, sich Teststreifen bei der Firma Brita kostenlos zu bestellen. Der Grad der Wasserhärte sagt etwas über den Mineralgehalt (kalkbildende Stoffe) als Bestandteil des Wassers aus.

Hartes Wasser und der Kaffee verliert an Aroma

Hartes Wasser wirkt sich neutralisierend auf die Fruchtsäuren im Kaffee aus, das heißt der Kaffee verliert an Aroma und kann fad schmecken. Zu weiches Wasser hingegen kann die Intensität der Säuren im Kaffee noch verstärken und der Kaffee schmeckt eventuell zu sauer und zu bitter. Als ideal für Kaffee gilt ein Wasser mit einem deutschen Härtegrad zwischen 8 und 12°dH und einem pH Wert von  7. Letztlich ist es jedoch subjektiv, denn Geschmäcker sind unterschiedlich und eventuell magst du ja deinen Kaffee etwas fader und säurearm oder etwas säurehaltiger.

Wasserfilter ja oder nein? Am Ende zählt nur dein Geschmack
Die durchschnittliche Wasserhärte in Deutschland liegt bei 16,00 °dH. Der Einsatz eines Wasserfilters kann durchaus sinnvoll sein und den Kaffeegenuss verbessern. Viele Kaffeevollautomaten bieten heute integrierte Wasserfilter zum Austausch an. Da dies etwas kostspielig sein kann, können Tischwasserfilter eine günstigere Alternative sein. Diese reduzieren die Wasserhärte um eine Stufe zum Beispiel von hart auf mittel bzw. von mittel auf weich. Eine andere Variante, die Kaffeeliebhaber zumTeil anwenden, ist das Beimischen von sehr weichem Mineralwasser. Unter dieser Adresse finden sie eine Datenbank mit den Wasserhärtewerten von zahllosen Mineralwässern: wasserdb.oliverguenther.de.

Aus Umweltgründen so wie aus Kostengründen ist das Beimischen von weichem Mineralwasser durchaus kritisch zu hinterfragen.
Wir empfehlen: Probiere einfach mal aus, wie der Kaffee mit einer anderen Wasserqualität / Wasserhärte schmeckt. Am Ende ist es nur dein Geschmack, der entscheidet.


TIPP 4: WÄHLE DIE RICHTIGE MILCH

Latte Macchiato und Cappuccino zählen zu den beliebtesten Kaffeespezialitäten. Zum Grundrezept gehört immer ein guter Espresso. Doch was nützt der beste Espresso, wenn die Milch nicht schmeckt? Einen guten Milchschaum kann man auch mit fettarmer 1,5% H-Milch herstellen. Viele professionelle Barista verwenden aber nur frische Vollmilch mit 3,8 – 4,2% Fettanteil. Die Regel, das Fett ein guter Geschmacksträger ist, trifft auch bei Milch absolut zu. Aber nicht nur der Fettanteil hat Einfluss auf den Geschmack. Für einige Milchsorten gibt es verbindliche EU-Vorgaben. Bei Biomilch müssen die Kühe immer Zugang zur Weide haben und im Winter genug Bewegungsfreiheit im Stall. Unter Heumilch versteht man Milch von Kühen, die mit frischem Grünlandfutter, Heu und Getreide gefüttert werden statt mit Silage. Nicht geschützt sind Namen wie Weidemilch, Alpenmilch und Landmilch. Wir finden, dass man die Qualitätsunterschiede bei Milch deutlich schmeckt.

Für Veganer oder Menschen mit Milchunverträglichkeite gibt es natürlich auch viel Milchersatzprodukte, die sich zum Teil auch gut aufschäumen lassen. Hier zählt dein persönlicher Geschmack.


TIPP 5: REINIGUNG DES VOLLAUTOMATEN

In der Küche sollte man auf Hygiene achten, damit Keime nicht überhand greifen, Gleiches gilt auch für den Kaffeevollautomaten. Nur keine Panik, denn die Aufbrühtemparatur von über 90 Grad tötet im Normalfall alle Keime ab. Und wenn die Milch richtig aufgeschäumt wird, sollte sie auch eine Temparatur von 60 – 70 Grad C haben. Wenn man ein paar weitere Hygiene-Regeln beachtet, steht dem sicheren Kaffeegenuss nichts mehr im Wege.

Auf diese Hygienetipps solltest du achten

Der Wassertank sollte täglich ausgespült und abgetrocknet werden. Auch sollte man den Tank regelmäßig gründlicher reinigen. Entleere mindestens aller zwei Tage das Fach für den Kaffeesatz, den hier bildet sich gerne Schimmel. Putze immer gründlich alle Stellen, die mit Milch in Kontakt kommen.

Die Entkalkung der Maschine ist nicht nur für die Lebensdauer wichtig

Entkalke deine Maschine in den vom Hersteller empfohlenen Intervallen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Kaffeequalität aus, es verlängert auf deutlich die Lebensdauer deines Vollautomaten. Keime setzen sich gerne auf rauen Flächen durch Kalkablagerungen ab. Bei der Entkalkung kann man viel Geld sparen, wenn man hier auf die Entkalker aus dem Drogeriemarkt zurückgreift. Die vom Hersteller der Maschinen angebotenen Entkalker sind in der Regel überteuert.

Achte beim Kauf auf reinigungsfreundliche Vollautomaten

Beim Kaffeevollautomaten kauf sollte man darauf achten, dass die Maschine wartungs- und reinigungsfreundlich sind. Am besten sollte die Brühgruppe für die Reinigung herausnehmbar sein. Normalerweise kann man das bei höherpreisigen Geräten machen, es gibt aber auch sehr gute Maschinen im Preisbereich von 250 – 300 Euro, bei denen man die Brühgruppe zum Reinigen mit ein paar Handgriffen ausgebaut hat. Die Reinigung wird auch erleichtert, wenn der Milchbehälter, der Tresterbehälter und die Tropfschale spühlmaschinenfest sind und Reinigung von über 70 Grad aushalten.

Bei Geräten mit fest eingebauter Brühgruppe ist die Reinigung nicht so einfach und eine gründliche Reinigung geht nur mit Chemie.


Guggenheimer Kaffee Shop